Das Frequenz_ Festival zu Gast bei der Off-ICMC in Hamburg-Harburg

Das Frequenz_ Festival ist dieses Jahr zu Gast bei der Off-ICMC in Hamburg-Harburg. Das Ligeti Zentrum veranstaltet dieses Jahr die International Computer Music Conference mit zahlreichen Vorträgen und Konzerten zum aktuellen Stand digitaler Musik. Am 13. Mai ist auch das Frequenz_ Festival mit einem Showcase im Stellwerk, dem Livemusikclub im Herzen Harburgs, Teil des Programms.

Geboten werden die performative Installation ›Autophagy III‹ und ein Konzert des Kontrabassisten Florentin Ginot für Solo-Kontrabass und Elektronik.

Außerdem präsentiert die belgische Klangkünstlerin Anouk Kellner in der Fußgängerzone vor dem Planet Harburg ihre Installation ›Airchoir inter/reactive‹ zum Lauschen und Mitmusizieren.

Bei Autophagy III taucht das Publikum in ein sich ständig veränderndes Klangfeld ein, das durch die Interaktion mit sechzehn aufgehängten, angesteuerten Perkussionsinstrumenten erzeugt wird. Jedes Instrument verfügt, ähnlich einem Lebewesen in einem künstlichen Ökosystem, über ein Spektrum individueller Verhaltensweisen. Es besitzt Mechanismen zur Selbstregulierung und ist gleichzeitig in der Lage, den Musiker:innen durch einfache Analysetechniken ‚zuzuhören‘ und auf sie zu reagieren.

»Die Arbeit mit dem Kontrabass ist ein nicht endender Forschungsprozess, der sich mit den Resonanzen und den natürlichen Klängen des Instruments auseinandersetzt. Um Kontrabass zu spielen, bedarf es einer Beziehung zu dem Instrument. Eine Beziehung zwischen meinem Körper, dem Kontrabass und meinen Händen.« erklärt Florentin Ginot. Er hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, die Grenzen seines Instrumentes stetig zu erweitern – nicht nur als bemerkenswerter Solist, sondern auch in seinen Kooperationen mit anderen Künstler:innen des Genres. Er denkt dabei stets über Genregrenzen hinaus und deckt in seinen Projekten unterschiedliche stilistische Bereiche ab, etwa in seiner Zusammenarbeit mit dem Produzenten Helge Sten (alias Deathprod), der Elektronik-Künstlerin Félicia Atkinson oder der Songwriterin Kamilya Jubran. Seine Auftritte wurden von der Presse als „absolut umwerfend“ und „atemberaubend“ gepriesen. In seinem neuesten Soloprojekt kombiniert der Musiker akustische Klänge mit analogen Prozessoren, Synthesizern und Samplern und erschafft so eine Klangchemie des »unvollständigen Vergessens«. Klangfluten und tiefe Vibrationen erzeugen ein körperlich spürbares Klangerlebnis. Dabei begegnet uns eine fremde und doch vertraute Stimme, während Störgeräusche und Verzerrungen miteinander verschmelzen, um sich mit dem Rattern der Maschinen zu verweben.

In Anouk Kellners Airchoir verbinden sich acht Orgelpfeifen zu einer organischen Einheit. Die Klänge werden dabei durch unabhängig voneinander atmende Blasebalge erzeugt. Ihre programmierten Kompositionen klingen immer anders und formen eine sich ständig verändernde Klanglandschaft, die sich je nach Position der Besuchenden im Raum verschiebt.

Wir freuen uns auf die Events der Off-ICMC und danken dem Ligeti Zentrum für die spannende Kooperation.

Foto Florentin Ginot © Frederike Wetzels