Das IRCAM (Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique) wurde 1970 von Pierre Boulez gegründet und residiert seit 1977 im Centre Pompidou in Paris. Es beschäftigt heute mehr als 160 Mitarbeiter und ist auf zeitgenössische, künstlerische Musikproduktion sowie wissenschaftliche Forschung spezialisiert. Das Institut bietet ein Forum für internationale Komponisten in Residenz wie auch hervorragende Produktionsbedingungen und fördert technologische Innovationen in Akustik, Signalverarbeitung und Informatik (Interfaces, Datenbanken, Programmsprachen). Forschungsprojekte umfassen auch Musikwissenschaft, -analyse und -wahrnehmung. Durch regelmäßige Kurse und Workshops werden diese Erkenntnisse an Studierende sowie ein breites Publikum vermittelt. In Partnerschaft mit Universitäten bietet das IRCAM Masterstudiengänge u.a. in Akustik und Musikinformatik sowie ein Promotionsstudium in Komposition und Forschung an. Das Institut präsentiert seine neuesten Produktionen im Rahmen der jährlichen Konzertsaison und des Festivals „ManiFeste“. Es unterstützt junge Komponisten und fördert interdisziplinäre Projekte, die Musik mit Tanz, Video, Theater und Film verbinden. Neben der technischen Produktion von Computermusik und Live-Elektronik ist das IRCAM auch bei der Aufführung von ambitionierten Partituren weltweit beteiligt.
Das Cursus-Programm für Komposition und Computermusik
Das IRCAM Cursus ist ein einzigartiges Ausbildungsprogramm für junge Komponisten im Bereich der Computermusik, das von Oktober bis September des folgenden Jahres stattfindet. Die Teilnehmer erwerben technische Autonomie und Kenntnisse in verschiedenen Musiksoftware-Anwendungen wie Max, OpenMusic, Modalys und Spat, und das in einem kreativen Umfeld, das den Austausch mit Fachleuten wie Forschern, Programmierern und Gastkünstlern fördert.
Unter der Leitung des Komponisten Pierre Jodlowski legt das Programm den Fokus auf interdisziplinäre Ansätze in der Komposition. Es umfasst praktische Workshops zu Themen wie Bild, Bewegung, Text und Improvisation. Die Studierenden entwickeln persönliche Forschungsprojekte, um ihren Dialog mit anderen Kunstbereichen zu vertiefen. Am Ende jeder Einheit präsentieren die Teilnehmer Mini-Projekte als Vorbereitung auf ihr finales Projekt, das im September 2024 während der IRCAM-Saison vorgestellt wird.
In Kooperation mit mehreren Musikhochschulen haben Masterstudierende in Komposition die Möglichkeit, das erste Jahr ihres Studiums im IRCAM Cursus zu absolvieren. Zudem bietet die Maison de l'Ile-de-France Wohnmöglichkeiten für die Komponisten des Cursus.